Masseter-Botox (Kaumuskel)
Beim Masseter-Botox werden dem kräftigen Bauch des Kaumuskels je Seite 20–30 Einheiten Botulinumtoxin gegeben, um seine Kraft und mit der Zeit sein Volumen zu verringern.
- Dauer
- 10–15 Minuten
- Anästhesie
- Meist nicht nötig; auf Wunsch oberflächliche Betäubungscreme
- Heilung
- Rückkehr in den Alltag am selben Tag
- Sitzungen
- Eine Sitzung · Beurteilung in der 4.–6. Woche
- Haltbarkeit
- 6–9 Monate
Zielmuskel: Masseter
Der Masseter reicht vom Jochbein zum Unterkieferwinkel und schließt den Kiefer. Im Verhältnis zu seiner Masse gehört er zu den kräftigsten Muskeln des Körpers und arbeitet tagsüber beim Sprechen, Kauen und beim stressbedingten Zähnepressen.
Ein ständig überlasteter Muskel verdickt sich. Ein verdickter Masseter verbreitert die untere Gesichtshälfte seitlich und betont den Kieferwinkel; dieselbe Person kann morgens beim Aufwachen ein Ermüdungsgefühl in Kiefer und Schläfe verspüren.
Ziel der Anwendung ist der kräftige Bauch im unteren, hinteren Teil des Muskels. Sie werden gebeten, die Zähne zusammenzubeißen, die hervortretende Masse wird mit der Hand abgegrenzt, und die Injektion bleibt innerhalb dieses sicheren Bereichs.
Wie die Dosis berechnet wird
Für den Masseter liegt der typische Bereich je Seite bei 20–30 Einheiten; die Summe beider Seiten entspricht meist 40–60 Einheiten. Das ist die Region des Gesichts außerhalb der Mimik, die die höchste Dosis erfordert.
Die genaue Dosis wird in der Untersuchung festgelegt. Beim Zusammenbeißen wird die Muskeldicke manuell beurteilt; besteht ein Unterschied zwischen den Seiten, werden die Dosen getrennt eingestellt.
- Muskeldicke — Größe der Wölbung beim Zusammenbeißen der Zähne
- Ausmaß und Dauer der Gewohnheit des Zähnepressens
- Asymmetrie zwischen den Seiten — ist der Muskel auf einer Seite dicker, erhält sie eine höhere Dosis
- Ansprechen auf frühere Anwendungen — bei Wiederholungen kann die Dosis sinken, weil der Muskel dünner wird
- Erwartung — geht es nur um eine Verringerung der Muskelschmerzen, kann die Dosis niedriger bleiben als bei angestrebter Volumenänderung
Der Anwendungstag
Der Kieferwinkel wird markiert, die Injektion erfolgt je Seite an 3–4 Punkten. Die Gesamtdauer beträgt 10–15 Minuten. Bei den meisten ist keine Betäubung nötig.
Die Nadel wird tiefer als in den Mimikregionen bis in den Muskelbauch geführt. Spürbar sind ein kurzer Druck und ein Spannungsgefühl.
Am ersten Tag sollten sehr harte, lange zu kauende Speisen gemieden und die Region nicht massiert werden. Die Rückkehr in den Alltag erfolgt am selben Tag.
Der zeitliche Verlauf der Wirkung
Diese Region folgt einem anderen Kalender als der Rest des Gesichts. Die Abnahme der Kaukraft ist in 1–2 Wochen spürbar, eine sichtbare Verschmälerung beginnt jedoch erst ab der 4.–6. Woche.
Die Volumenänderung erreicht ihren deutlichsten Punkt etwa im 3. Monat. Das Ergebnis in den ersten zwei Wochen zu beurteilen ist in dieser Region irreführend; die Beurteilung erfolgt in der 4.–6. Woche.
Die Wirkung hält durchschnittlich 6–9 Monate und damit länger als in den Mimikregionen. Solange die Gewohnheit des Zähnepressens fortbesteht, neigt der Muskel dazu, sein altes Volumen zurückzugewinnen; deshalb kann eine Wiederholung geplant werden.
Was das Ergebnis bestimmt
Entscheidend ist, dass die Injektion innerhalb des sicheren Bereichs bleibt. Eine zu weit zum vorderen oberen Teil des Muskels gesetzte Anwendung kann die Nachbarmuskeln beeinflussen, die das Lächeln steuern, und eine vorübergehende Asymmetrie verursachen.
In den ersten Wochen kann das Kauen harter Speisen schwerfallen; das ist eine zu erwartende Begleiterscheinung und nimmt ab, sobald die Muskelkraft teilweise zurückkehrt.
Die Breite der unteren Gesichtshälfte ist nicht immer muskulär bedingt. Beruht sie auf der Knochenstruktur oder auf Fettgewebe, verändert Masseter-Botox diesen Anteil nicht. Auch eine Hauterschlaffung an Kiefer und Hals bessert sich damit nicht.
Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist
Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit eigenen Gegenanzeigen. Besteht eine diagnostizierte Erkrankung des Kiefergelenks, eine Kaustörung oder eine eingeschränkte Mundöffnung, ist das vor der Anwendung zu beurteilen.
Masseter-Botox beseitigt nicht die Gewohnheit des Zähnepressens; es verringert die Kraft, die der Muskel aufbringt. Die Gewohnheit selbst kann fortbestehen, deshalb werden begleitende Maßnahmen wie eine Knirscherschiene ärztlich beurteilt.
- Schwangerschaft und Stillzeit — keine Anwendung
- Neuromuskuläre Erkrankungen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, ALS) — keine Anwendung
- Einnahme von Aminoglykosid-Antibiotika — können die Wirkung des Toxins verstärken, keine Anwendung vor Therapieende
- Aktive Infektion oder entzündliche Hauterkrankung im Kieferbereich — keine Anwendung, bevor sie abgeklungen ist
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin — keine Anwendung
- Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — die Wahrscheinlichkeit blauer Flecken steigt, ärztliche Beurteilung nötig
- Vor der 4.–6. Woche ist keine Wirkung zu erwarten; knöchern bedingte Kieferbreite und Hauterschlaffung bessern sich nicht durch Botox
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.
Häufige Fragen
Mit wie vielen Einheiten wird Masseter-Botox durchgeführt?
Wann sehe ich das Ergebnis?
Beendet es das Zähnepressen?
Fällt mir das Essen schwer?
Wie lange hält die Wirkung an?
Voreinschätzung
Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit
Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.