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Diese Website ist eine Vorschaufassung. Die Veröffentlichungsfassung folgt erst, wenn Urkundennummern und die ärztliche Freigabe vollständig vorliegen.

Entscheidungshilfe

FUE oder DHI?

Der Unterschied zwischen FUE und DHI liegt nicht in der Entnahme, sondern im Setzen des Grafts: In beiden Techniken werden die Grafts mit Mikropunches von 0,7–0,9 mm einzeln aus dem Spenderbereich entnommen; bei FUE werden zuerst die Kanäle angelegt und die Grafts danach mit der Pinzette gesetzt, bei DHI erfolgen Kanalanlage und Setzen mit dem Choi-Implanter in einem Schritt.

Wo genau trennen sich die beiden Techniken?

Die Entnahmephase ist in beiden Techniken gleich: Die gegen Haarausfall unempfindlichen Wurzeln an Hinterkopf und Schläfen werden mit Mikropunches von 0,7–0,9 mm Durchmesser einzeln entnommen. In dieser Phase gibt es zwischen FUE und DHI keinen Unterschied.

Die Trennung beginnt beim Setzen. Bei FUE werden im Empfängerbereich zuerst mit einer Stahl- oder Saphirspitze Kanäle angelegt, die Grafts danach mit der Pinzette in diese Kanäle gesetzt. Bei DHI erfolgen Kanalanlage und Setzen in einer Bewegung mit dem Choi-Implanter, an dessen Spitze der Graft bereits geladen ist.

Dieser eine Schritt verkürzt die Zeit, die der Graft außerhalb des Körpers verbringt. Dafür schreitet das Setzen langsamer voran, weil der Stift für jeden Graft einzeln geladen werden muss.

Mit welcher Technik lassen sich in einer Sitzung mehr Grafts übertragen?

Mit klassischer oder Saphir-FUE werden in einer Sitzung typischerweise 2.000–4.500 Grafts übertragen. Da das Setzen bei DHI je Graft länger dauert, bleibt der typische Bereich in einer Sitzung bei 2.000–3.000 Grafts.

Bei großen Flächen bestimmt dieser Unterschied die Technik unmittelbar. In Situationen wie Norwood 5–6, in denen über 3.500 Grafts und mehr gesprochen wird, bringt die FUE-Familie die Operation in einen Tag; bei DHI kann sich dieselbe Zahl auf zwei Tage verteilen.

Welche Technik wird gewählt, wenn zwischen vorhandene Haare verpflanzt wird?

Soll in eine ausgedünnte, aber nicht vollständig kahle Zone verpflanzt werden, liegt DHI vorn. Da der Kanal nicht in einem eigenen Arbeitsschritt angelegt wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit, vorhandene gesunde Wurzeln zu verletzen.

Bei der diffusen Ausdünnung, wie sie bei Frauen vorkommt, und bei Plänen zur Verdichtung zwischen vorhandenen Haaren am Wirbel fällt die Wahl meist aus diesem Grund auf DHI.

Welche Technik wird bei einer Verpflanzung ohne Rasur eingesetzt?

Bei der Anwendung ohne Rasur wird der Choi-Implanter verwendet; die Technik ist also DHI. Da das vorhandene Haar nicht gekürzt wird, setzt der Stift die Grafts zwischen den langen Haaren.

Bei Planung ohne Rasur sinkt die Graftobergrenze: Der typische Bereich liegt bei 1.500–2.500 Grafts. Grund dafür ist nicht ein Mangel der Technik, sondern dass die Arbeit zwischen langen Haaren die Zeit je Graft verlängert.

Worin ist welche Technik überlegen?

Beide Techniken entnehmen dieselben Grafts aus demselben Spenderbereich, und in der Haltbarkeit gibt es keinen Unterschied. Überlegenheit ist nicht absolut, sondern situationsabhängig.

  • FUE überlegen — große Fläche: die Übertragung von bis zu 4.500 Grafts in einer Sitzung ist praktikabel.
  • FUE überlegen — Operationsdauer: dieselbe Graftzahl wird in kürzerer Zeit abgeschlossen.
  • FUE überlegen — sehr hohes Dichteziel: Kanalwinkel und -tiefe lassen sich unabhängig einstellen.
  • DHI überlegen — Verpflanzung zwischen vorhandenes Haar: ohne getrennte Kanalanlage sinkt der Kontakt zu gesunden Wurzeln.
  • DHI überlegen — Anwendung ohne Rasur: das einzige Verfahren, das sich für die Arbeit zwischen langen Haaren eignet.
  • DHI überlegen — Verweildauer des Grafts außerhalb des Körpers: die Zeit zwischen Entnahme und Setzen verkürzt sich.
  • Gleich — Haltbarkeit: In beiden Techniken sind die Wurzeln aus dem Hinterkopf unempfindlich gegenüber Haarausfall.

Gibt es einen Unterschied bei Heilung und Krustenbildung?

Der Heilungskalender ist in beiden Techniken gleich: Die Krusten fallen in 10–14 Tagen ab, der Shedding-Effekt tritt im 2.–4. Monat auf, das Ergebnis ist im 12.–18. Monat abgeschlossen.

Bei mit Saphirspitze angelegten Kanälen sind die Schnittränder gleichmäßiger, weshalb die Schwellung der ersten Tage bei manchen geringer ausfällt. Das ist keine technische Überlegenheit, sondern eine Folge der Kanalgeometrie, und es verändert die endgültige Dichte nicht.

Was entscheidet am Ende?

Die Entscheidung fällt nach vier Messungen: der Fläche des lichten Bereichs in Quadratzentimetern, der Dichte der Follikulareinheiten im Spenderbereich, dem Vorhandensein von Haar in der Empfängerzone und der Frage, ob Sie sich rasieren lassen können.

Ohne diese vier Daten lässt sich keine Technik wählen. Wird ohne Untersuchung eine einzelne Technik empfohlen, zeigt das, dass die Wahl nicht nach Ihrer Situation, sondern nach dem Arbeitsablauf der Klinik erfolgt.

Über die Natürlichkeit des Ergebnisses entscheidet ohnehin nicht die Technik, sondern Winkel, Richtung und Dichte der Kanäle. Haar tritt in einem Winkel von 40–45 Grad aus der Haut aus; ist dieser Verlauf falsch angelegt, wirkt das Ergebnis unabhängig von der Technik künstlich.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.

Häufige Fragen

Können FUE und DHI in derselben Operation kombiniert werden?
Ja. Haarlinie und die ersten Reihen mit gewünschter hoher Dichte lassen sich mit dem Choi-Implanter, die hinteren und großflächigen Zonen mit Kanalanlage bearbeiten. Dieser kombinierte Plan wird bei Patienten mit großer Fläche und zugleich hohem Dichteziel an der Front verwendet.
Ist Saphir-FUE eine eigene Technik?
Nein. Bei der klassischen FUE wird statt der Stahlspitze zum Anlegen der Kanäle eine Saphirspitze verwendet. Der Schnitt wird feiner und gleichmäßiger; die Logik von Entnahme und Setzen entspricht der klassischen FUE.
Woran erfahre ich, welche Technik angewendet wird?
Die gewählte Technik wird zusammen mit Graftzahl und Verteilung auf die Zonen vor der Operation im schriftlichen Plan festgehalten. Ändert sich der Plan, wird das mit Begründung vor dem Operationstag mitgeteilt.
Ändert sich mit der Technik auch die Graftzahl?
Sie kann sich ändern. Bei einem DHI-Plan ohne Rasur liegt die Obergrenze einer Sitzung bei etwa 1.500–2.500 Grafts; wird dieselbe Fläche mit rasierter FUE geplant, sind über 3.000 Grafts möglich. Deshalb werden Technik und Graftzahl nicht getrennt, sondern gemeinsam entschieden.

Voreinschätzung

Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit

Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.