Barthaartransplantation oder Bartverdichtung?
Die Barthaartransplantation füllt Leerflächen, in denen gar kein Haar wächst; die Verdichtung setzt Grafts zwischen vorhandene, aber licht stehende Haare. Beides erfolgt mit derselben Technik; der Unterschied liegt in der Graftzahl — für eine leere Kinnlinie werden typischerweise 800–1.500 Grafts geplant, für die Verdichtung einer lichten Zone 400–900.
Leerfläche oder Lichtung? Wie erkenne ich den Unterschied?
Die Unterscheidung gelingt mit einem einfachen Blick: Spannen Sie die Region bei Tageslicht — ist gar keine Haarwurzel zu sehen, liegt eine Leerfläche vor; wachsen wenn auch nur vereinzelt Haare, liegt eine Lichtung vor.
Leerflächen finden sich meist an den Wangen und an den Rändern der Kinnlinie und sind meist scharf begrenzt. Eine Lichtung ist dagegen unbegrenzt; Haare sind vorhanden, aber ihr Abstand ist so groß, dass die Haut durchscheint.
Beide Situationen können in demselben Gesicht nebeneinander bestehen. Bei einem Patienten mit Leerfläche an der Wange und Lichtung an der Kinnlinie werden in einer Sitzung zwei verschiedene Dichten angestrebt.
Wie viele Grafts sind in den beiden Anwendungen nötig?
Die Graftzahl richtet sich nach Region und Situation. Die folgenden Bereiche sind typische Gesprächswerte; die genaue Zahl ergibt sich aus der Vermessung der bartlosen oder lichten Fläche.
- Leere Kinnlinie — typisch 800–1.500 Grafts
- Vollbart einschließlich Wangen — typisch 2.000–3.500 Grafts
- Schnurrbartregion — typisch 350–600 Grafts
- Koteletten, eine Seite — typisch 200–350 Grafts
- Verdichtung zwischen vorhandenem Haar — typisch 400–900 Grafts
- Abdeckung einer Narbenzone — typisch 150–400 Grafts
Worin ist welche Anwendung überlegen?
Beide Anwendungen beziehen ihre Grafts aus dem Hinterkopf, und in der Haltbarkeit gibt es keinen Unterschied. Überlegenheit ist nicht absolut, sondern situationsabhängig.
- Transplantation überlegen — Gestaltung: In der Leerfläche lassen sich Kinnlinie und Wangenkontur frei zeichnen.
- Transplantation überlegen — Abdeckung: Die gesamte bartlose Zone wird in einem Plan erfasst.
- Transplantation überlegen — Symmetrie: Unterschiede zwischen den Gesichtshälften werden über die neu gesetzte Kontur ausgeglichen.
- Verdichtung überlegen — Graftökonomie: Mit 400–900 Grafts entsteht ein deutlicher Unterschied, das Spenderbudget bleibt geschont.
- Verdichtung überlegen — Sitzungsdauer: typischerweise 2–4 Stunden, bei der Transplantation 4–7 Stunden.
- Verdichtung überlegen — geringeres Risiko für Unnatürlichkeit: Winkel und Richtung der vorhandenen Haare geben bereits eine Vorlage.
- Gleich — Haltbarkeit und Winkelregel: In beiden Anwendungen wird das Haar in 15–20 Grad gesetzt, und das verpflanzte Haar ist dauerhaft.
Ist eine Verpflanzung zwischen vorhandene Haare riskant?
Das eigentliche Risiko beim Setzen zwischen vorhandene Haare besteht darin, gesunde Wurzeln beim Anlegen des Kanals zu verletzen. Um dieses Risiko zu senken, wird bei der Verdichtung meist der Choi-Implanter verwendet; Kanalanlage und Setzen erfolgen in einem Schritt.
Die zweite bestimmende Größe ist der Winkel. Im Gesicht tritt das Haar in einem Winkel von 15–20 Grad aus der Haut aus; auf der Kopfhaut liegt dieser Winkel bei 40–45 Grad. Ein im Kopfhautwinkel in den Bart gesetzter Graft stellt sich auf, und der Richtungsunterschied bleibt selbst rasiert erkennbar.
Bei der Verdichtung folgt das Setzen der Austrittsrichtung des vorhandenen Haars. An der Kinnlinie verläuft sie nach unten, an der Wange leicht nach außen, am Schnurrbart zur Mittellinie hin.
Lassen sich beide in derselben Sitzung durchführen?
Ja, und das ist der häufig gewählte Plan. Die Fülldichte für die leere Wangenregion und die Verdichtungsdichte für die lichte Kinnlinie werden in derselben Operation umgesetzt.
Im kombinierten Plan liegt die Gesamtgraftzahl typischerweise zwischen 1.500 und 2.500, und die Sitzung dauert 5–7 Stunden. Die Gesamtzahl wird so festgelegt, dass sie innerhalb der von der Spenderkapazität erlaubten Grenze bleibt.
Wann und wie stellt sich das Ergebnis ein?
Die verpflanzten Haare fallen in der 2.–4. Woche aus; das ist der Shedding-Effekt, die Wurzel bleibt. Das Nachwachsen beginnt ab dem 3. Monat.
Im Bartbereich steht die endgültige Dichte etwas früher als bei der Haartransplantation, im 9.–12. Monat. Vor diesem Zeitpunkt aufgenommene Fotos zeigen eine Zwischenphase.
Die ersten nachwachsenden Haare können dünn und hell sein. Die Verdickung ist im 6.–9. Monat abgeschlossen, und das Haar behält den Charakter des Hinterkopfs, aus dem es stammt; es kann also eine etwas andere Struktur haben als der übrige Bart.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.
Häufige Fragen
Hinterlässt eine Barthaartransplantation Narben?
Wann darf ein verpflanzter Bart rasiert werden?
Können Grafts aus dem Bartbereich entnommen werden?
Wie wird der Spenderbereich aufgeteilt, wenn ich auch Haarausfall habe?
Voreinschätzung
Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit
Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.