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350–600 Grafts

Schnurrbarttransplantation

Bei der Schnurrbarttransplantation werden 350–600 Grafts in die Oberlippenregion gesetzt — in einem Austrittswinkel von 10–15 Grad, also nahezu parallel zur Lippenlinie.

Dauer
3–5 Stunden
Anästhesie
Lokalanästhesie
Heilung
7–10 Tage Krustenbildung · 3–5 Tage Schwellung
Sitzungen
Eine Sitzung
Haltbarkeit
Dauerhaft; Ergebnis steht nach 9–12 Monaten

Die anspruchsvollste Winkelzone des Gesichts

Schnurrbarthaare treten an der Oberlippe nach unten aus, nahezu parallel zur Lippenlinie. Der Austrittswinkel beträgt 10–15 Grad; an keiner anderen Stelle des Gesichts ist er so flach.

Zum Vergleich: Auf der Kopfhaut liegt der Winkel bei 40–45, an Wange und Kinnlinie bei 15–20 Grad. Am Schnurrbart stellt schon eine Abweichung von wenigen Grad das Haar auf und verrät das Ergebnis.

Die zweite Schwierigkeit ist das Gewebe selbst. Die Oberlippe liegt über ständig bewegten Mimikmuskeln; die Haut ist dünn und gefäßreich. Die Kanalanlage erfolgt deshalb langsamer und flacher.

Graftbudget

Für die Oberlippe liegt der typische Bereich bei 350–600 Grafts. Die Fläche ist klein; entscheidend ist nicht die Zahl, sondern Richtung und Verteilung der Haare.

Das Philtrum — die senkrechte Rinne in der Lippenmitte — bleibt frei oder wird nur sehr locker besetzt. Ein natürlicher Schnurrbart ist in dieser Zone weniger dicht; wird sie gefüllt, wirkt das Bild schwer.

  • Gesamte Oberlippe — 350–600 Grafts
  • Einseitige Lücke oder Narbenabdeckung — 150–300 Grafts
  • An der Außenkontur Einzelgraft-Einheiten, in der Innenzone Zweifach-Einheiten
  • Richtung: von der Mittellinie nach außen und unten

Der Eingriffstag

Da die Graftzahl niedrig ist, dauert der Eingriff 3–5 Stunden und erfolgt in Lokalanästhesie.

Die Oberlippe gehört zu den Regionen, die am schnellsten betäubt sind. Während des Eingriffs sind Sprechen und Mimik eingeschränkt; das kann in den ersten Stunden anstrengend sein.

Heilungskalender und Schwellung

In der Schnurrbartregion ist die Schwellung ausgeprägter als in anderen Bartzonen. Die Lippe bewegt sich ständig, und die Region ist gefäßreich; Schwellung und Spannungsgefühl in den ersten 3–5 Tagen sind üblich.

Die Krusten fallen in 7–10 Tagen ab. In den ersten zehn Tagen kommen weder Klinge noch Maschine an die Region. Die verpflanzten Haare fallen in der 2.–4. Woche aus, wachsen ab dem 3. Monat nach; das Ergebnis steht im 9.–12. Monat.

  • 0.–5. Tag — Schwellung und Spannung; sehr heiße Getränke und harte Speisen einschränken
  • 7.–10. Tag — die Krusten fallen ab
  • Ab dem 10. Tag — Kürzen mit der Schere
  • 2.–4. Woche — Shedding-Effekt
  • Ende des 1. Monats — Nassrasur
  • 3. Monat — das Nachwachsen beginnt
  • 9.–12. Monat — endgültige Dichte

Was das Ergebnis bestimmt

Winkel und Richtung. Am Schnurrbart verbessert eine höhere Graftzahl das Ergebnis nicht; 600 im falschen Winkel gesetzte Grafts sehen schlechter aus als 400 im richtigen Winkel gesetzte.

Die zweite bestimmende Größe ist der Abstand zur Lippenlinie. Zu nah gesetzte Haare ragen in das Lippenrot und wirken künstlich; zu weit entfernt gesetzte verschieben den Schnurrbart nach oben.

Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist

Die Oberlippe ist eine kleine, ständig bewegte Fläche. Ziel ist hier kein dichter Schnurrbart, sondern eine zum eigenen Gesicht passende Haarverteilung in der richtigen Richtung.

Reicht die Spenderkapazität nicht, geht der für den Schnurrbart vorgesehene Graft von dem für Bart oder Kopfhaar nötigen ab. In diesem Fall wird zuerst entschieden, welche Region behandelt wird.

  • Unzureichende Spenderdichte — keine Planung, bevor Schnurrbart-, Bart- und Kopfhaarbedarf gemeinsam budgetiert sind
  • Aktive Follikulitis oder Infektion im Bereich der Oberlippe — keine Operation vor deren Behandlung
  • Aktiver Lippenherpes (Herpes labialis) — kein Eingriff, bevor die Läsion abgeheilt ist
  • Vernarbende Alopezie — keine Verpflanzung bei aktiver Erkrankung, dermatologische Abklärung erforderlich
  • Keloide in der Vorgeschichte — im Gesicht bleiben Narben sichtbar, deshalb meist nicht empfohlen
  • Unkontrollierte Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — nicht ohne hämatologische Abklärung
  • Unrealistische Dichteerwartung — die Fläche der Oberlippe trägt nicht mehr als eine bestimmte Graftzahl

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.

Häufige Fragen

Wie viele Grafts werden bei einer Schnurrbarttransplantation verwendet?
Für die gesamte Oberlippe liegt der typische Bereich bei 350–600 Grafts. Bei einer einseitigen Lücke oder einer Narbenabdeckung können 150–300 Grafts genügen. Die genaue Zahl ergibt sich aus der Vermessung der bartlosen Fläche in der Untersuchung.
Kommt es nach einer Schnurrbarttransplantation zu Schwellungen?
Schwellung und Spannungsgefühl an der Oberlippe sind in den ersten 3–5 Tagen üblich. Die Region ist gefäßreich, und die Lippe bewegt sich ständig, deshalb fällt die Schwellung stärker aus als in anderen Bartzonen. Mit erhöhtem Kopf zu schlafen und in den ersten Tagen sehr heiße Getränke zu meiden, verkürzt diese Phase.
Wann kann ich mich rasieren?
In den ersten zehn Tagen kommen weder Klinge noch Maschine an die Region. Nach dem Abfallen der Krusten ist ein Kürzen mit der Schere möglich; die Nassrasur beginnt am Ende des ersten Monats.
Sieht ein verpflanzter Schnurrbart natürlich aus?
Über die Natürlichkeit entscheidet nicht die Graftzahl, sondern der Austrittswinkel. Schnurrbarthaare treten in einem Winkel von 10–15 Grad aus, nahezu parallel zur Lippenlinie. Werden die Kanäle in diesem Winkel angelegt, liegen die verpflanzten Haare in derselben Richtung wie die vorhandenen.
Können Schnurrbart und Bart in einer Sitzung verpflanzt werden?
Beides lässt sich in einer Sitzung planen; Gesamtgraftzahl und Eingriffsdauer steigen dann. Ob die Spenderkapazität beide Regionen zugleich trägt, wird in der Untersuchung durch Messung bestimmt.

Voreinschätzung

Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit

Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.