Botox gegen Schwitzen (Hyperhidrose)
Beim Schwitz-Botox wird Botulinumtoxin an die Nervenendigungen gegeben, die die Schweißdrüsen ansteuern, um übermäßiges Schwitzen vorübergehend zu verringern; in der Achsel werden je Seite etwa 50, an der Handfläche etwa 100 Einheiten verwendet.
- Dauer
- Achsel 15–20 Minuten · Handfläche 30 Minuten
- Anästhesie
- In der Achsel meist nicht nötig; an der Handfläche Betäubungscreme und Kühlung
- Heilung
- Rückkehr in den Alltag am selben Tag
- Sitzungen
- Eine Sitzung · Beurteilung in der 4. Woche
- Haltbarkeit
- Achsel 6–9 Monate · Handfläche 4–6 Monate
Ziel ist nicht der Muskel, sondern die Schweißdrüse
Diese Anwendung funktioniert anders als Botox im Gesicht. Ziel ist kein Mimikmuskel, sondern die Nervenendigungen, die die Schweißdrüsen ansteuern.
Die Nervenendigung an der Schweißdrüse setzt Acetylcholin frei und aktiviert damit die Drüse. Botulinumtoxin stoppt diese Freisetzung vorübergehend; da die Drüse keinen Reiz erhält, sinkt die Schweißproduktion deutlich.
Die Wirkung bleibt auf das behandelte Areal beschränkt. Das Schwitzgleichgewicht des übrigen Körpers wird nicht gestört; eine Anwendung in der Achsel ist nicht darauf angelegt, an anderer Stelle ein kompensatorisches Schwitzen auszulösen.
Wie die Dosis berechnet wird
Bei der Schwitzbehandlung richtet sich die Dosis nach der Fläche des Areals. In der Achsel sind je Seite etwa 50 Einheiten, an der Handfläche je Hand etwa 100 Einheiten typisch.
Die Grenze des schwitzenden Areals lässt sich vor der Anwendung mit einem Farbtest sichtbar machen. So werden die Einheiten auf das tatsächlich schwitzende Areal verteilt; außerhalb dieser Grenze wird nicht injiziert.
- Fläche des schwitzenden Areals — je größer die Fläche, desto höher die Gesamtzahl der Einheiten
- Region — die Handfläche erfordert eine breitere und dichtere Punktverteilung als die Achsel
- Abstand zwischen den Einstichpunkten — meist wird ein Raster von 1–2 Zentimetern verwendet
- Dauer der vorherigen Anwendung — ließ die Wirkung früher als erwartet nach, wird die Dosis angepasst
Der Anwendungstag
Die Region wird gereinigt und die Einstichpunkte markiert. Die Anwendung erfolgt sehr oberflächlich in die Haut, mit kurzer Nadel und an vielen Punkten: in der Achsel je Seite 10–20, an der Handfläche 30–40 Punkte.
Die Anwendung in der Achsel erfordert bei den meisten keine Betäubung. Die Handfläche ist wegen ihrer höheren Empfindlichkeit unangenehmer; hier kommen oberflächliche Betäubungscreme und Kühlung zum Einsatz.
Die Dauer beträgt in der Achsel 15–20, an der Handfläche etwa 30 Minuten. Nach dem Eingriff kehren Sie am selben Tag in den Alltag zurück; in den ersten 24 Stunden sind Sauna, Dampfbad und intensiver Sport zu meiden.
Der zeitliche Verlauf der Wirkung
Die Abnahme des Schwitzens beginnt meist innerhalb von 2–7 Tagen und wird in der 2. Woche deutlich. Die Beurteilung erfolgt in der 4. Woche.
In der Achsel hält die Wirkung durchschnittlich 6–9 Monate; das ist deutlich länger als bei Anwendungen im Gesicht. An der Handfläche ist die Dauer kürzer, durchschnittlich 4–6 Monate.
Nach Ablauf dieser Zeit kehrt das Schwitzen schrittweise auf sein altes Niveau zurück. Die Anwendung kann wiederholt werden; der Abstand richtet sich danach, wie schnell die Beschwerden zurückkehren.
Was das Ergebnis bestimmt
Die erste bestimmende Größe ist die richtige Diagnose. Übermäßiges Schwitzen ist manchmal Zeichen einer anderen Erkrankung: Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen, hormonelle Veränderungen und manche Medikamente können das Schwitzen steigern. Ohne Ausschluss dieser Möglichkeiten wird die Anwendung nicht geplant.
Die zweite ist die richtige Verteilung der Einheiten auf das Areal. Wird die Grenze des schwitzenden Areals nicht korrekt gezeichnet, bleibt das Schwitzen an den Rändern bestehen, und das Ergebnis wirkt unzureichend.
Bei der Anwendung an der Handfläche ist eine bekannte Begleiterscheinung eine vorübergehende Kraftminderung der Handmuskeln; bei Tätigkeiten, die einen feinen Griff erfordern, kann das einige Wochen zu Einschränkungen führen. Diese Möglichkeit wird vor der Anwendung besprochen.
Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist
Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit eigenen Gegenanzeigen. Die bei der Schwitzbehandlung verwendete Gesamtzahl an Einheiten liegt höher als im Gesicht; deshalb werden Medikamentenanamnese und Allgemeinzustand ausführlicher beurteilt.
Besteht der Verdacht, dass das Schwitzen auf eine andere Erkrankung zurückgeht, wird zuerst diese Ursache abgeklärt. Eine Anwendung ohne Klärung der zugrunde liegenden Ursache verzögert die Diagnose.
- Schwangerschaft und Stillzeit — keine Anwendung
- Neuromuskuläre Erkrankungen (Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom, ALS) — keine Anwendung
- Einnahme von Aminoglykosid-Antibiotika — können die Wirkung des Toxins verstärken, keine Anwendung vor Therapieende
- Aktive Infektion oder entzündliche Hauterkrankung im Anwendungsgebiet — keine Anwendung, bevor sie abgeklungen ist
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin — keine Anwendung
- Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — die Wahrscheinlichkeit blauer Flecken steigt, ärztliche Beurteilung nötig
- Die Wirkung ist nicht dauerhaft; nach Ablauf der Zeit kehrt das Schwitzen schrittweise auf sein altes Niveau zurück
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.
Häufige Fragen
Wie viele Einheiten werden beim Schwitz-Botox verwendet?
Wie lange hält die Wirkung an?
Schwitze ich dann an anderen Körperstellen mehr?
Wie verläuft die Anwendung an der Handfläche?
Welche Abklärung erfolgt vor der Anwendung?
Voreinschätzung
Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit
Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.