FUE-Haartransplantation
FUE ist ein Verfahren ohne Streifenentnahme und ohne Naht, bei dem die gegen Haarausfall unempfindlichen Wurzeln mit Mikropunches von 0,7–0,9 mm einzeln entnommen und in zuvor angelegte Kanäle gesetzt werden.
- Dauer
- 6–8 Stunden
- Anästhesie
- Lokalanästhesie
- Heilung
- 10 Tage Krustenbildung · 15 Tage bis zur vollen Sichtbarkeit
- Sitzungen
- Eine Sitzung, bei Bedarf eine zweite
- Haltbarkeit
- Dauerhaft; Ergebnis nach 12–18 Monaten abgeschlossen
Der Kern des Verfahrens
FUE (Follicular Unit Extraction) bezeichnet die Einzelentnahme der gegen Haarausfall unempfindlichen Wurzeln an Hinterkopf und Schläfen mit Mikropunches von 0,7–0,9 mm Durchmesser. Da kein Streifen entnommen wird, entsteht am Hinterkopf keine langgezogene Schnittnarbe.
Die entnommenen Grafts werden in Kanäle gesetzt, die im Empfängerbereich zuvor angelegt wurden. Winkel, Richtung und Dichte dieser Kanäle sind der eigentliche Faktor für die Natürlichkeit des Ergebnisses.
Das Graftbudget
Der Spenderbereich ist eine begrenzte Ressource. Wie viele Grafts insgesamt über ein Leben entnommen werden können, ist individuell verschieden, und ist die Kapazität erschöpft, erneuert sie sich nicht.
Deshalb wird in der ersten Operation nicht die „maximal entnehmbare“, sondern die heute nötige und künftig noch ausreichende Graftzahl geplant.
- Haarlinie und Frontbereich — meist 1.500–2.500 Grafts
- Wirbelbereich (Vertex) — meist 1.500–3.000 Grafts
- Front- und Mittelbereich zusammen — meist 3.000–4.500 Grafts
Der Operationstag
Der Spenderbereich wird rasiert und lokal betäubt. Die Graftentnahme dauert 2–3 Stunden; währenddessen kann in Rücken- oder Bauchlage geruht werden.
Es folgt eine Pause mit Mahlzeit, danach das Anlegen der Kanäle und das Einsetzen. Je nach Graftzahl beträgt die Gesamtdauer 6–8 Stunden.
Heilungskalender
Die erste Haarwäsche erfolgt am Tag nach der Operation in der Klinik und wird dabei angeleitet. Die Krusten fallen in 10–14 Tagen vollständig ab.
Zwischen dem zweiten und vierten Monat fällt der Großteil der verpflanzten Haare aus. Das ist der Shedding-Effekt und kein Wurzelverlust. Das Nachwachsen beginnt ab dem vierten Monat, das Ergebnis ist im 12.–18. Monat abgeschlossen.
Nachsorge nach der Rückkehr
Für Patientinnen und Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz endet der Eingriff nicht am Flughafen. Bei der Entlassung erhalten Sie ein schriftliches Nachsorgeschreiben: Operationsdatum, entnommene und gesetzte Graftzahl, verwendete Medikamente mit Wirkstoffnamen, Waschanleitung und Kontrolltermine.
Die planmäßige Nachsorge läuft schriftlich: Fotokontrollen im 1., 3., 6. und 12. Monat. Diese Kontrollen erfordern keine erneute Anreise.
Für eine Untersuchung vor Ort ist keine Bindung an uns nötig. Mit dem Nachsorgeschreiben kann eine hausärztliche oder dermatologische Praxis den Verlauf einordnen. Ob und in welchem Umfang eine solche Vorstellung von Ihrer Krankenkasse getragen wird, richtet sich nach Ihrem Versicherungsverhältnis; ein Wahleingriff im Ausland begründet keinen Anspruch.
- Sofort ärztlich abklären lassen — zunehmende Rötung, Überwärmung, Sekret oder Fieber über 38 °C
- Innerhalb weniger Tage abklären lassen — Krusten, die nach dem 14. Tag nicht abfallen
- Uns schriftlich melden — jede Abweichung vom beschriebenen Verlauf, mit Foto bei Tageslicht
- Mitnehmen für jede Vorstellung vor Ort — Nachsorgeschreiben und Medikamentenliste
Was das Ergebnis bestimmt
Die Graftzahl ist nur eine Eingangsgröße. Mit derselben Zahl sind sehr unterschiedliche Ergebnisse möglich; die messbaren Größen, die den Unterschied ausmachen, stehen unten.
- Spenderdichte — Zahl der Follikulareinheiten je Quadratzentimeter
- Haardicke — dickeres Haar deckt mit derselben Graftzahl stärker ab
- Kontrast zwischen Haar- und Hautfarbe — je geringer der Kontrast, desto weniger fällt Lichtung auf
- Kanalwinkel und -richtung — im Frontbereich nach vorn und unten, am Wirbel im kreisförmigen Verlauf
- Ob der Haarausfall gestoppt ist — fortschreitender Ausfall verändert das Ergebnis binnen weniger Jahre
Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist
Bei unzureichender Spenderdichte bleibt das FUE-Ergebnis licht. In diesem Fall ist es die richtigere Entscheidung, den Eingriff nicht durchzuführen.
Eine Verpflanzung bei nicht gestopptem aktivem Haarausfall führt binnen weniger Jahre zu einem unausgewogenen Bild, weil sich die nicht verpflanzten Zonen weiter lichten.
- Unkontrollierte Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — nicht ohne hämatologische Abklärung
- Aktive Kopfhautinfektion oder entzündliche Kopfhauterkrankung — keine Operationsplanung vor deren Behandlung
- Autoimmuner Haarausfall wie ausgedehnte Alopecia areata — nicht ohne dermatologische Freigabe
- Diffuser Haarausfall ohne Muster mit ebenfalls ausgedünntem Spenderbereich — der entnommene Graft schwächelt auch am neuen Ort
- Unter 24 Jahren und bei noch nicht gefestigtem Ausfallmuster wird die Haarlinie nicht offensiv gesetzt
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.
Häufige Fragen
Fallen die verpflanzten Haare wieder aus?
Wer legt die nötige Graftzahl fest?
Ist eine zweite Sitzung nötig?
Wie lange muss ich in Istanbul bleiben und wann kann ich zurückfliegen?
Voreinschätzung
Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit
Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.