Wurzelbehandlung
Bei der Wurzelbehandlung wird die entzündete oder abgestorbene Pulpa über die je nach Zahn 1–4 Kanäle entfernt und die Kanäle werden gefüllt.
- Dauer
- 45–90 Minuten
- Anästhesie
- Lokalanästhesie
- Heilung
- 2–3 Tage Empfindlichkeit
- Sitzungen
- 1–2 Sitzungen
- Haltbarkeit
- Mit geeigneter Restauration langlebig
Wann sie nötig ist
Eine Wurzelbehandlung ist nötig, wenn Karies die Pulpa erreicht, wenn der Zahn nach einem Trauma abstirbt oder wenn sich an der Wurzelspitze eine Entzündung bildet.
Das Zeichen ist nicht immer Schmerz. Manche Zähne verlieren still ihre Vitalität, und der Zustand fällt nur im Röntgenbild auf. Deshalb ist die regelmäßige Kontrolle verlässlicher, als auf Schmerz zu warten.
- Lang anhaltender, nicht abklingender Schmerz auf Kalt und Warm
- Spontan einsetzender, nachts stärkerer Schmerz
- Wiederkehrende Schwellung oder Fistelöffnung am Zahnfleisch
- Dunkelfärbung des Zahns nach einem Trauma
- Im Röntgenbild sichtbare Aufhellung an der Wurzelspitze
Der Eingriff
Der Zahn wird in Lokalanästhesie betäubt und mit Kofferdam isoliert; diese Isolierung verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Kanal gelangen.
Die Kanäle werden mit Feilensystemen gereinigt, geformt und desinfiziert. Für die korrekte Bestimmung der Kanallänge kommen Apexlokator und Röntgen zum Einsatz. Die gereinigten Kanäle werden mit biokompatiblem Wurzelfüllmaterial gefüllt.
Danach kann eine Krone nötig sein
Ein wurzelbehandelter Zahn ist wegen des Substanzverlusts und der verlorenen Feuchtigkeit anfälliger für Frakturen. Diese Anfälligkeit ist besonders bei den Seitenzähnen ausgeprägt, die die Kaukraft tragen.
Deshalb wird in den meisten Fällen nach der Wurzelbehandlung eine Kronenversorgung empfohlen. Diese Empfehlung ist nicht ästhetisch begründet; sie soll verhindern, dass der Zahn längs bricht und verloren geht.
Was den Erfolg bestimmt
Für den langfristigen Erfolg einer Wurzelbehandlung sind drei Punkte entscheidend: die Reinigung der Kanäle über ihre gesamte Länge, eine lückenlose Füllung und ein dichter Verschluss des Zahns gegen die Mundhöhle.
Der dritte Punkt wird am häufigsten übergangen. Auch bei gut gefülltem Kanal kann ein nicht ordentlich verschlossener Zahn binnen Monaten erneut infiziert werden. Deshalb wird die definitive Restauration nicht aufgeschoben.
Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist
Die Wurzelbehandlung zielt darauf, den Zahn zu erhalten, doch nicht jeder Zahn ist zu retten. Bei einer vertikalen Wurzelfraktur, bei Substanzverlust bis auf Wurzelniveau oder bei vollständigem Verlust des umgebenden Knochens scheitert die Behandlung; dann werden Extraktion und anschließend ein Implantat besprochen.
Die Wurzelbehandlung beseitigt die Infektion im Zahn, führt ihn aber nicht zu seiner ursprünglichen Festigkeit zurück. Danach ist der Zahn frakturanfälliger und benötigt meist den Schutz durch eine Krone.
- Vertikale Wurzelfraktur — die Bruchlinie bildet einen dauerhaften Weg für Bakterien, der Zahn ist nicht zu retten
- Substanzverlust unterhalb des Zahnfleischniveaus — bei nicht restaurierbarem Zahn ist eine Wurzelbehandlung nicht sinnvoll
- Gelockerter Zahn bei fortgeschrittenem parodontalem Knochenabbau — die Wurzelbehandlung bringt den Halt nicht zurück
- Verkalkte oder nicht erreichbare Kanalanatomie — Fälle, die ein Mikroskop erfordern, werden an die Endodontie überwiesen
- Wenn keine definitive Restauration erfolgt — ein nicht verschlossener Zahn kann binnen Monaten erneut infiziert werden
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.
Häufige Fragen
Ist eine Wurzelbehandlung schmerzhaft?
Wäre eine Extraktion nicht einfacher?
Wie viele Sitzungen dauert eine Wurzelbehandlung?
Kann ein wurzelbehandelter Zahn später wieder schmerzen?
Voreinschätzung
Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit
Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.