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meist 1.500–4.500 Grafts

Haartransplantation für Männer

Bei Männern wird die Haartransplantation nach Stadium und Alter aufgebaut: Sie schließt die heutige Lichtung und hält zugleich einen Teil des Spenderbudgets für den weiteren, fortschreitenden Verlauf des androgenetischen Haarausfalls zurück.

Dauer
6–8 Stunden
Anästhesie
Lokalanästhesie
Heilung
10 Tage Krustenbildung · 15 Tage bis zur vollen Sichtbarkeit
Sitzungen
Eine Sitzung, bei Bedarf eine zweite
Haltbarkeit
Dauerhaft; Ergebnis nach 12–18 Monaten abgeschlossen

Wie androgenetischer Haarausfall verläuft

Bei Männern beginnt der Haarausfall meist mit Geheimratsecken und einer Ausdünnung am Wirbel; beide Zonen wachsen mit der Zeit zusammen. Ursache sind genetische und hormonelle Faktoren (DHT-Empfindlichkeit); der Prozess kommt nicht von selbst zum Stillstand.

Die Haare am Hinterkopf und rund um die Schläfen tragen diese Empfindlichkeit nicht. Genau darauf beruht die Verpflanzung: Ein aus der unempfindlichen Zone entnommener Follikel behält seine Unempfindlichkeit auch am neuen Ort.

Graftbereiche nach Norwood-Stadium

Die Norwood-Hamilton-Skala ist kein Messinstrument, sondern eine gemeinsame Sprache. Die folgenden Bereiche sind typische Gesprächswerte; Ihre Zahl ergibt sich aus der Messung Ihrer Spenderdichte.

  • Stadium 3 — deutlich zurückgewichene Geheimratsecken; typisch 1.500–2.500 Grafts
  • Stadium 3 Vertex — zusätzlich zu den Schläfen Lichtung am Wirbel; typisch 2.000–3.000 Grafts
  • Stadium 4 — Front und Wirbel licht, dazwischen noch ein Haarband; typisch 2.500–3.500 Grafts
  • Stadium 5 — das Band dazwischen ist ausgedünnt; typisch 3.000–4.500 Grafts, die Reihenfolge wird besprochen
  • Stadium 6–7 — die Spenderkapazität reicht meist nicht für vollständige Abdeckung; Ziel ist selektive Verdichtung

Warum das Alter so entscheidend ist

Anfang zwanzig hat das Ausfallmuster seine endgültige Form noch nicht erreicht. Eine in diesem Alter tief und gerade angelegte Haarlinie wirkt heute voller; schreitet der Ausfall aber nach hinten fort, entsteht hinter der verpflanzten Linie ein lichtes Band.

Die Graftzahl, die zum Schließen dieses Bandes nötig wäre, übersteigt meist das verbleibende Spenderbudget. Deshalb wird bei jungen Patienten entweder aufgeschoben oder mit einer begrenzten, zurückgesetzten Linie geplant.

Wie die Haarlinie gestaltet wird

Eine natürliche Haarlinie ist keine gerade Kante. Sie enthält ein leicht unregelmäßiges Übergangsband aus Einzelhaargrafts, und die Schläfenecken sind altersentsprechend zurückgesetzt.

  • Die Höhe der Linie richtet sich nach Stirnproportionen und Alter, nicht nach dem tiefsten gewünschten Punkt
  • In den ersten Reihen Einzelhaargrafts, nach hinten Grafts mit 2–3 Haaren — so entsteht der Eindruck von Dichte
  • Der Austrittswinkel zeigt nach vorn und unten; ein falscher Winkel wirkt selbst bei ausreichender Dichte „verpflanzt“
  • Die Schläfenecken werden nicht geschlossen, der altersgerechte Rückgang bleibt erhalten

Wenn der Haarausfall weiter fortschreitet

Bei aktivem und rasch fortschreitendem Haarausfall führt eine reine Verpflanzung binnen weniger Jahre zu einem unausgewogenen Bild, weil sich die nicht verpflanzten Zonen weiter lichten.

In diesem Fall wird zuerst die Verlangsamung des Haarausfalls angestrebt; die Verpflanzung wird geplant, sobald das Bild stabil ist. Die medikamentöse Behandlung ist keine Konkurrenz zur Verpflanzung, sondern deren Ergänzung — sie senkt die künftig nötige Graftzahl.

Nachsorge nach der Rückkehr

Die Verpflanzung ist ein einmaliger Eingriff, die Behandlung des Haarausfalls dagegen eine Daueraufgabe. Für Patienten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutet das: Der medikamentöse Teil wird vor Ort weitergeführt, in Absprache mit einer hausärztlichen oder dermatologischen Praxis.

Aus diesem Grund werden die Wirkstoffnamen der eingesetzten Präparate im Nachsorgeschreiben genannt und nicht nur Handelsnamen. Handelsnamen unterscheiden sich zwischen den Ländern; der Wirkstoff nicht.

Die Fotokontrollen im 1., 3., 6. und 12. Monat laufen schriftlich. Ergibt sich in dieser Zeit ein Befund, der eine Untersuchung erfordert, erhalten Sie eine schriftliche Einordnung, die Sie einer Praxis vor Ort vorlegen können.

Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist

Die Verpflanzung fügt dem lichten Bereich Wurzeln hinzu; sie stoppt nicht den Ausfall der vorhandenen Haare. Wird diese Unterscheidung nicht von Anfang an getroffen, hält man das Ergebnis zwei Jahre später für verschlechtert — verschlechtert hat sich aber nicht die Verpflanzung, sondern der nicht verpflanzte Bereich.

Die Spenderkapazität ist lebenslang begrenzt. Bei Stadium 6–7 die gesamte Fläche abdecken zu wollen, verbraucht das Budget und lässt überall Lichtung zurück; richtig ist, Prioritäten zu setzen.

  • Unter 24 Jahren und bei noch nicht gefestigtem Ausfallmuster wird keine tiefe, gerade Haarlinie angelegt
  • Bei diffusem Haarausfall ohne Muster mit ebenfalls ausgedünntem Spenderbereich wird nicht verpflanzt; der Graft schwächelt auch am neuen Ort
  • Unkontrollierte Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — nicht ohne hämatologische Abklärung
  • Unkontrollierter Diabetes oder Bluthochdruck — die Operation wird verschoben, bis die Werte im Zielbereich sind
  • Aktive Kopfhautinfektion, entzündliche Kopfhauterkrankung oder aktive Alopecia areata — nicht ohne dermatologische Abklärung

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter wird eine Haartransplantation durchgeführt?
Statt einer festen Altersgrenze wird verlangt, dass sich das Ausfallmuster gefestigt hat; das ist meist ab 25 Jahren besser vorhersehbar. Bei jüngeren Patienten ist eine begrenzte, zurückgesetzte Planung möglich, oder es wird zunächst die medikamentöse Behandlung empfohlen.
Wie viele Grafts sind bei Norwood 3 nötig?
Typischerweise wird über 1.500–2.500 Grafts gesprochen; das ist ein Bereich, keine Zusage. Ihre Zahl ergibt sich aus der Messung von Spenderdichte und Fläche des lichten Bereichs. Von zwei Patienten im selben Stadium kann einer 2.000, der andere 3.500 Grafts benötigen.
Lässt sich das in einer Sitzung abschließen?
Wenn Fläche und Spenderkapazität es zulassen, kann eine Sitzung genügen. Bei großen Flächen oder fortschreitendem Ausfall wird eine zweite Sitzung geplant; das ist kein Misserfolg, sondern die Verteilung eines begrenzten Spenderbudgets über die Jahre. Zwischen zwei Sitzungen liegen mindestens 12 Monate.
Fallen die verpflanzten Haare wieder aus?
Ein Follikel aus dem Hinterkopf ist genetisch unempfindlich gegenüber Haarausfall und behält diese Eigenschaft auch am neuen Ort. Vorhandene Haare in nicht verpflanzten Zonen können jedoch weiter ausfallen; die medikamentöse Behandlung wird deshalb getrennt geplant.
Wie führe ich die Nachsorge in Deutschland, Österreich oder der Schweiz fort?
Das Nachsorgeschreiben nennt Operationsdatum, Graftzahl, Wirkstoffnamen der Medikamente und Kontrolltermine. Damit kann eine hausärztliche oder dermatologische Praxis vor Ort den Verlauf beurteilen und die medikamentöse Behandlung fortführen. Die Fotokontrollen im 1., 3., 6. und 12. Monat laufen unabhängig davon schriftlich mit uns weiter.

Voreinschätzung

Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit

Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.