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Vollbart 2.000–3.500 Grafts

Barthaartransplantation

Bei der Barthaartransplantation werden mit Mikropunch aus dem Hinterkopf entnommene Grafts einzeln in Kinnlinie und Wangenbereich gesetzt — im natürlichen Austrittswinkel des Gesichtshaars von 15–20 Grad.

Dauer
5–8 Stunden
Anästhesie
Lokalanästhesie
Heilung
7–10 Tage Krustenbildung · 10 Tage keine Rasurklinge
Sitzungen
Eine Sitzung; bei Lücken eine zweite ab dem 12. Monat
Haltbarkeit
Dauerhaft; Ergebnis steht nach 9–12 Monaten

Der Kern des Verfahrens — entscheidend ist der Winkel

Technisch ist die Barthaartransplantation derselbe Eingriff wie die Haartransplantation: Die Grafts werden mit Mikropunches von 0,7–0,9 mm einzeln aus dem Spenderbereich am Hinterkopf entnommen. Der Unterschied liegt im Setzen.

Auf der Kopfhaut tritt das Haar in einem Winkel von 40–45 Grad aus der Haut. Im Gesicht sinkt dieser Winkel: an Wange und Kinnlinie auf 15–20, an der Kinnspitze auf 25–30 Grad. Wird der Kanal nicht in diesem Winkel angelegt, stellt sich das Haar auf, und das Ergebnis wirkt selbst rasiert nicht natürlich.

Deshalb verläuft die Kanalphase bei der Barthaartransplantation langsamer als bei der Haartransplantation. Der Richtungsplan wird vor der Graftzahl gezeichnet.

Graftbudget und Verteilung

Wie viele Grafts nötig sind, bestimmt die bartlose Fläche in Quadratzentimetern. In der Untersuchung wird die Region vermessen, die angestrebte Dichte gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten festgelegt.

Jeder in den Bart verlagerte Graft steht später nicht mehr für das Kopfhaar zur Verfügung. Bei zusätzlichem Haarausfall werden beide Regionen in einem gemeinsamen Budget geplant.

  • Nur Kinnlinie und Kinnspitze — 800–1.500 Grafts
  • Vollbart einschließlich Wangen — 2.000–3.500 Grafts
  • Einseitige Lücke an der Wange — 400–800 Grafts
  • An der Außenkontur Einzelgraft-Einheiten, in den Innenzonen Zweifach-Einheiten

Der Eingriffstag

Der Eingriff erfolgt in Lokalanästhesie und dauert je nach Graftzahl 5–8 Stunden. Sie sind wach; es gibt Pausen und eine Mahlzeit.

Nach der Betäubung bleibt ein Druckgefühl. Im Spenderbereich wird der Hinterkopf gekürzt; das Gesicht wird nicht rasiert.

Es gibt drei Phasen: Entnahme der Grafts aus dem Spenderbereich, Anlegen der Kanäle im Empfängerbereich, Setzen der Grafts. Die Dauer bestimmt die Kanalphase.

Heilungskalender

Die erste Wäsche erfolgt am Folgetag in der Klinik und wird dabei angeleitet. Die Krusten fallen in 7–10 Tagen ab; in dieser Zeit kommen weder Klinge noch Maschine an die Region.

Die verpflanzten Haare fallen in der 2.–4. Woche aus. Das ist der Shedding-Effekt, kein Wurzelverlust. Das Nachwachsen beginnt ab dem 3. Monat, die Dichte steht im 9.–12. Monat.

  • 0.–3. Tag — Rötung und leichte Schwellung
  • 7.–10. Tag — die Krusten fallen ab
  • Ab dem 10. Tag — Kürzen mit der Schere möglich
  • 2.–4. Woche — Shedding-Effekt
  • Ende des 1. Monats — Nassrasur
  • 3. Monat — das Nachwachsen beginnt
  • 9.–12. Monat — endgültige Dichte

Nachsorge nach der Rückkehr

Das Gesicht ist eine sichtbarere Region als die Kopfhaut, und die kritischen Tage fallen genau in die Zeit nach Ihrer Rückreise. Deshalb erhalten Sie bei der Entlassung ein schriftliches Nachsorgeschreiben: Zahl und Verteilung der gesetzten Grafts, Waschanleitung, Wirkstoffnamen der Medikamente, Zeitpunkte für Schere und Klinge.

Die planmäßige Nachsorge läuft schriftlich. Fotokontrollen erfolgen im 1., 3., 6. und 12. Monat; dafür ist keine erneute Anreise nötig.

Eine Untersuchung vor Ort kann in Deutschland, Österreich oder der Schweiz in jeder hausärztlichen oder dermatologischen Praxis erfolgen; das Nachsorgeschreiben genügt als fachliche Grundlage. Ob eine solche Vorstellung von Ihrer Krankenkasse getragen wird, hängt von Ihrem Versicherungsverhältnis ab und ist mit ihr zu klären.

  • Sofort ärztlich abklären lassen — ausbreitende Rötung, Überwärmung, Eiter oder Fieber über 38 °C
  • Ärztlich abklären lassen — entzündliche Pusteln, die über die 2. Woche hinaus bestehen
  • Uns schriftlich melden — jede Abweichung vom beschriebenen Verlauf, mit Foto bei Tageslicht
  • Bis zum 10. Tag unterlassen — Klinge, Maschine, Peeling und Bartöl

Was das Ergebnis bestimmt

Drei Dinge: Setzwinkel, Richtungsplan und Spenderkapazität.

Winkel und Richtung bestimmen, wie das Haar sowohl rasiert als auch lang liegt. Die Spenderkapazität bestimmt, ob die angestrebte Dichte realistisch ist.

Eine Verpflanzung in ein von Natur aus bartloses Gesicht erreicht nicht die Dichte eines von Natur aus vollbärtigen. Ziel ist die natürlichste Dichte, die der Spenderbereich dieses Gesichts tragen kann.

Für wen nicht geeignet, was nicht zu erwarten ist

Bei unzureichender Spenderkapazität bleibt der Bart licht, und zugleich werden Grafts verbraucht, die für das Kopfhaar zurückzuhalten wären. In diesem Fall ist es die richtige Entscheidung, den Eingriff nicht durchzuführen.

Narben sind im Gesicht sichtbarer als auf der Kopfhaut. Bei einer Keloidneigung in der Vorgeschichte wird dieses Risiko gesondert besprochen.

  • Unzureichende Spenderdichte — keine Planung, wenn die angestrebte Dichte nicht erreichbar ist
  • Aktive Follikulitis oder Infektion im Gesichtsbereich — keine Operation vor deren Behandlung
  • Vernarbende Alopezie — keine Verpflanzung bei aktiver Erkrankung, dermatologische Abklärung erforderlich
  • Keloide in der Vorgeschichte — im Gesicht bleiben Narben sichtbar, deshalb meist nicht empfohlen
  • Unkontrollierte Gerinnungsstörung oder Einnahme von Blutverdünnern — nicht ohne hämatologische Abklärung
  • Aktive und ausgedehnte Akne — keine Kanalanlage, bevor die Region beruhigt ist
  • Unrealistische Dichteerwartung — deckt die gemessene Fläche das Ziel nicht, wird statt operiert der Plan überarbeitet

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren, Dosis und Dauer werden individuell in der Untersuchung festgelegt.

Häufige Fragen

Wie viele Grafts sind für eine Barthaartransplantation nötig?
Das hängt von der Region ab. Für Kinnlinie und Kinnspitze allein werden typischerweise 800–1.500 Grafts geplant, für einen Vollbart einschließlich Wangen 2.000–3.500. Die genaue Zahl ergibt sich aus der Vermessung der bartlosen Fläche in der Untersuchung; auf Basis von Fotos genannte Zahlen sind Schätzungen.
Kann der verpflanzte Bart rasiert werden?
Ja. In den ersten zehn Tagen kommen weder Klinge noch Maschine an die Region. Nach dem Abfallen der Krusten ist ein Kürzen mit der Schere möglich, ab Ende des ersten Monats die Nassrasur. Die verpflanzten Haare sind dauerhaft und wachsen wie normale Barthaare.
Verringert eine Barthaartransplantation meine Chancen auf eine spätere Haartransplantation?
Ja. Der Spenderbereich ist eine begrenzte Ressource, und jeder in den Bart verlagerte Graft steht später nicht mehr für das Kopfhaar zur Verfügung. Bei zusätzlichem Haarausfall werden beide Regionen gemeinsam budgetiert; welche zuerst behandelt wird, wird in der Untersuchung entschieden.
Sehen die verpflanzten Haare aus wie mein vorhandener Bart?
Haar aus dem Hinterkopf und Barthaar unterscheiden sich in ihrer Struktur; Haar aus dem Hinterkopf ist meist feiner und glatter. Mit der Zeit passt es sich der Region teilweise an, bleibt aber möglicherweise nicht exakt gleich dick. Bei richtigem Winkel und richtiger Richtung fällt dieser Unterschied mit bloßem Auge nicht auf.
Wann steht das Ergebnis fest?
Die verpflanzten Haare fallen in der 2.–4. Woche aus und beginnen ab dem 3. Monat nachzuwachsen. Die endgültige Dichte steht im 9.–12. Monat. Eine Beurteilung vor diesem Zeitpunkt ist irreführend.

Voreinschätzung

Schreiben Sie uns Ihre Situation — wir antworten mit einer Maßeinheit

Senden Sie Ihr Foto oder Ihr Röntgenbild; die zuständige Fachärztin oder der zuständige Facharzt antwortet mit einem Graftbereich, einer Zahnzahl oder einem Einheitenbereich. Falls Sie nicht geeignet sind, schreiben wir auch das deutlich.